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KABARETT


RELOADED-Programme
 
- Klassiker in einer One-Man-Performance mit großer prominenter Besetzung -
 

Nibelungen RELOADED                    (Nibelungenfestspiele Worms 2009)

 
Faust RELOADED                            (Nationaltheater Mannheim, 2008)
 
Romeo und Julia RELOADED             (Nationaltheater Mannheim, 2007)
 
Die Bürgschaft RELOADED               (Nationaltheater Mannheim, 2006)
 
* alle RELOADED-Programme sind buchbar (siehe Kontakt)
 
 
 
 

Nibelungen Reloaded - ein Rückblick

 
 
 
 
Nibelungenfestspiele:
 
Bei der Theaterbegegnung mit Boris C. Motzki geht es rund ums Lachen

Sagenhaft komische Ideen

 

Von unserem Mitarbeiter Eckhard Britsch

 

"Gründungsmythen sind nichts zum Lachen", charakterisiert Jürgen Hofmann, Professor für szenisches Schreiben in Berlin, seinen amüsanten Streifzug zu Humor und Komik, Lachen und Ernst bei den Nibelungenfestspielen in Worms.

In der entspannten Atmosphäre des Heylshofparks würzte er seine kurzweiligen Ausführungen über ein "ernstes Thema, der deutsche Humor" mit allerlei Aphorismen und überraschenden Thesen. Ja, der Fritz Kortner hat einmal bei einer Probe gesagt: "Ich habe gelacht, aber unter meinem Niveau." Klar doch, der Deutsche traut sich nicht so recht, und so scheint es nur folgerichtig, dass Voltaire einst eine Satire über die Nationalheldin Jeanne d'Arc verfasste, unser Schiller hingegen ernst machte und sich bitterlich über Voltaire beklagte.

 

So verwickelt sind also die Zusammenhänge, denn "die deutsche Komödie ist ein Phantom" und "alles wird uns Deutschen zugeschrieben, nur nicht der Humor". Doch die fröhlichen Zuhörer fanden es durchaus witzig, was der Professor aus Berlin so munter und geschliffen von sich gab, und gerieten vollends aus dem Häuschen, als Boris C. Motzki sein Feuerwerk "Nibelungen-Reloaded" abbrannte.

 

Parodistische Show

Haben schon am Nationaltheater Mannheim seine Reloaded-Inszenierungen Kultcharakter erlangt, so bewies er bei dieser Matinee das Gegenteil von Hofmanns These, dass das Nibelungenlied durch Abwesenheit von Komik gekennzeichnet sei. Urkomisch hingegen, was Motzki aus seinen Figuren macht, wenn er Reich-Ranicki als Erzähler einspannt und dann Schauspieler wie Rühmann als Siegfried oder Kinski als Brünnhilde auftreten lässt; zur Garnitur seiner komödiantisch-parodistischen Show nutzt er überdies noch Politikergrößen wie Schröder und Blüm, und alle Figuren wirken irgendwie entzaubert.

 

Sie halfen Boris C. Motzki, die Nibelungen-Bearbeitungen von John von Düffel und Moritz Rinke heftig zu verquirlen, und den virtuosen Wortbrei ließ sich das Publikum schmecken. Ein richtiges Bühnentalent, dieser Motzki; Bravos lohnten in der Reihe "Theaterbegegnungen" seine satirisch-darstellerischen Mühen, die leicht und frech daherkamen.

Mannheimer Morgen
13. August 2009